Gesprächspsychotherapie

Die Gesprächspsychotherapie (oder personzentrierte Psychotherapie) hat ein sehr breites Indikationsgebiet, die Wirksamkeit ist empirisch-wissenschaftlich sehr gut belegt. Mit dieser psychotherapeutischen Methode werden Depressionen, Ängste und Phobien, Süchte, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Trauerzustände und persönliche Lebenskrisen behandelt.

In Deutschland gehört sie zu den vom Wissenschaftlichen Beirat anerkannten Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten.

Die Entwicklung der Gesprächspsychotherapie ist eng mit der Person ihres Begründers Carl R. Rogers verbunden. Rogers gilt als einer der Hauptvertreter der Humanistischen Psychologie.

Das Menschenbild der personzentrierten Psychotherapie geht davon aus, dass der Mensch eine angeborene Selbstverwirklichungstendenz  („Aktualisierungstendenz“) besitzt, die unter günstigen Umständen für eine Weiterentwicklung und Reifung der Persönlichkeit sorgt. Der Mensch trägt alles zu seiner Heilung Notwendige in sich und ist selbst am besten in der Lage, seine persönliche Situation zu analysieren und Lösungen für seine Probleme zu erarbeiten. Ausgehend von diesem humanistischen Menschenbild folgerte Rogers, Psychotherapie müsse ein günstiges Klima für den gestörten Wachstumsprozess schaffen.

Damit eine psychotherapeutisch relevante Veränderung des Selbstkonzepts einer Person stattfinden kann, müssen vom Therapeuten die drei Grundhaltungen in der Beziehung zum Klienten gelebt werden:

1. Bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber der Person des Ratsuchenden mit ihren Schwierigkeiten und Eigenheiten.  Die bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber dem Klienten kann verschiedene konkrete Interaktionsformen annehmen. So gehört das vorbehaltlose Annehmen des vom Klienten Ausgedrückten dazu, das Ermutigen der Ratsuchenden oder leidenden Person, sowie das Ausdrücken von Solidarität mit dem Klienten.

2. Empathie: Einfühlsames Verstehen der Welt und der Probleme aus der Sicht des Klienten, und die Fähigkeit, diese Empathie dem Klienten zu kommunizieren.

3. Kongruenz in der Haltung des Psychotherapeuten (Echtheit, Wahrhaftigkeit gegenüber dem Klienten): Offenes Wahrnehmen des eigenen Erlebens als Psychotherapeut, der mit dem Klienten in Beziehung steht. Dieses Offensein schließt auch Echtheit in dem Sinn ein, dass Psychotherapeuten und Berater nicht nur als Fachpersonen in Erscheinung treten, sondern auch und besonders als Person sich dem Klienten in der Begegnung zu erkennen geben. (J. Finke, 2004)

(Anteilige Quelle: Wikipedia)